Perlen Papier AG, Perlen

Objekt
Perlen Papier AG, Perlen
Baujahr
2010
Fläche
35000 m²
Bauherr
Perlen Papier AG, Perlen
Architekt/Planer
BHM-Ingenieure, Feldkirch (A)
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Referenzbericht

Innerschweizer Rekordprojekt:
200 Lastwagen Bedachungsmaterial
Mit Tempo 120 schiesst ab dem 1. Oktober in der Papierfabrik Perlen (LU) das Zeitungspapier aus der neuen Produktionsmaschine. Dafür, dass die neue Maschine und die benachbarte Lagerhalle trocken bleiben, sorgen Produkte von Soprema.

Wer in der Schweiz Zeitung liest, hält fast immer ein Produkt aus der Papierfabrik Perlen (LU) in der Hand. Sie ist der zweitgrösste Hersteller von Zeitungspapier in der Schweiz. Um den Bedarf zu decken, rotieren in Perlen rund um die Uhr die riesigen Walzen der Papiermaschine. Nach über 30 Jahren Einsatz hat das bisherige Modell ausgedient und wird durch eine drei Mal leistungsfähigere Nachfolgerin ersetzt. PM 7 heisst das Projekt. Dahinter stecken Gesamtinvestitionen von 460 Millionen Franken für den Maschinenkoloss von 145 Metern Länge und 14 Metern Breite sowie die nötigen Hochbauten. Dazu zählen eine 48 Meter breite und 225 Meter lange Halle für die neue Maschine, eine Lagerhalle und weitere Annexräume.

Nicht nur die Dimensionen des Projektes sind rekordverdächtig sondern auch der Zeitplan: Nach nur knapp 20 Monaten Planungs- und Bauzeit soll am 1. Oktober die erste Rolle Zeitungspapier die neue Maschine verlassen.
Das erforderte von allen am Bau Beteiligten Höchstleistungen und den Einsatz zeitsparender Bauverfahren. Ein Schlüsselelement stellte dabei die rund 7 Fussballfelder grosse Dachfläche dar. Sie musste möglichst rasch abgedichtet werden, damit in den darunter liegenden Räumen die Montagearbeiten starten konnten. Um die Statik nicht unnötig zu belasten, entschieden sich Planer und Bauherrschaft für ein Nacktdach. Die Wahl fiel dabei auf Materialien von Soprema.

Tropisches Raumklima
Besondere Anforderungen stellte das Dach über der neuen Papiermaschine. Durch den Produktionsprozess herrschen in der Halle 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von bis zu 50 Grad. Entsprechend dicht muss die Dampfbremse sein, um eine Durchfeuchtung der Isolationsschicht zu verhindern. Die vorfabrizierten Betonelemente des Hallendachs wurden zuerst mit Elastocol GA vorgestrichen. Dank Spritzverfahren konnte die Zeit dafür kurz gehalten werden. Über dem Voranstrich ist eine Lage Sopravap EVA 35 flam als Dampfbremse angebracht. Sie wurde vollflächig aufgeschweisst. Eine 140 Millimeter dicke Schicht Sopratherm Roc Prima beidseitig geschliffen sorgt für die Isolation, darüber sind je eine Lage Ser vaflex Activa 1 und Sopralen Premier EP5 ard flam als Dichtungsschicht angebracht. Letztere wurde auf Wunsch des Kunden mit einem Grünschiefer versehen. Eine Herausforderung bei grossen, flachen Dächern ist der Abtransport des Regenwassers. Auf dem Dach über der Papiermaschine wurden deshalb 66 Dachabläufe installiert. Damit sich zwischen den in einer Linie angeordneten Abläufen kein Wasser sammeln kann, kamen in Perlen spezielle Dachreiter zum Einsatz. Sie bilden eine künstliche Wasserscheide und sorgen dafür, dass alles Wasser zu den Abläufen gelangt. Ein spezielles Augenmerk erforderten auch die rund 360 Durchdringungen sowie die 5500 Quadratmeter Brüstungen. Sämtliche Durchdringungen mussten speziell abgedichtet und abgeschottet werden. Die Brüstungen wurden isoliert und ebenfalls zweilagig abgedichtet.

Beim Lagergebäude für die fertigen Papierrollen gelangte ein ähnlicher Dachaufbau zum Einsatz. Da hier ein Trapezblech den Untergrund bildet, konnte auf einen Voranstrich verzichtet und die Dampfbremse vom Typ Sopravap Stick Alu TS direkt auf die Bleche geklebt werden. Darüber schliesst sich wiederum eine Dämmschicht an, geschützt durch ein Nackt- dach aus Sopralen Premier EP 5 ard flam. Die riesigen Dimensionen des Projektes, das zu den grössten je in der Innerschweiz von Privaten realisierten gehört, zeigen sich beispielsweise beim Materialbedarf für die Bedachung: Insgesamt wurden für die 35‘000 Quadratmeter Dachfläche 200 Lastwagenladungen Material angeliefert. Da der Kran nur zu gewissen Zeiten zur Verfügung stand und nur jeweils ein Teil des Materials gelagert werden konnte, war seitens Soprema eine ausgeklügelte Logistik für
die Anlieferung nötig. Um die grossen Materialmenge in der kurzen zur Verfügung stehenden Zeit verarbeiten zu können, standen an Spitzentagen bis zu 20 Mitarbeiter der Bedachungsfirma Tecton-Atisol AG im Einsatz. Rückendeckung erhielten sie durch Spezialisten der Soprema, die mit technischem Support und Beratung dafür sorgten, dass alle Details gelöst und offene Fragen beantwortet werden konnten.
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