Das Gebäude aus der Feder von Ritter Schumacher Architekten AG mit seinen sechs Geschossen bildet einen neuen Hochpunkt im Industriegebiet Pulvermühle von Chur – von weit her sichtbar ragen acht Gauben schräg aus dem Dach heraus, die auf die acht in V-Form angelegten Zylinder eines V8-Motors anspielen. «Wir wollten einen funktionellen Gewerbebau, der flexibel nutzbar und den Marktbedürfnissen anpassbar ist», erklärt Martin Studer, Geschäftsleiter der Bauherrin Willi Holding AG.






Architektur trifft Automobil
Das «V8», so der passende Name des Gebäudes, ist Ausdruck der Leidenschaft des Bauherrn. Der Churer Unternehmer Luzi Willi ist Sammler von edlen Oldtimer-Fahrzeugen des italienischen Star-Designers Sergio Pininfarina. Für seine Sammlung benötigte er einen entsprechenden Präsentationsort – die Wahl fiel auf das Grundstück gleich neben der Willi Gebäudetechnik AG, die einst von den Vorfahren von Luzi Willi gegründet worden ist. Die dort bislang angesiedelte Werkstatt für Autoreifen Euromaster fand auch wieder im neuen V8 Unterkunft. So dreht sich im neuen V8 viel ums Automobil, aber nicht nur.
Das gesamte Gebäude wurde gestalterisch an einen V8-Motor angelehnt: das Erdgeschoss als «Ölwanne», in der sich die Reifenwerkstatt Euromaster befindet; im 2. und 3. Obergeschoss ist der „Motorblock“ mit dem Architekturbüro Ritter Schumacher sowie die Oldtimer-Sammlung untergebracht; auf der Mittelachse erhebt sich als Staffelgeschoss wie ein «Luftfilter» das fünfte Geschoss, das als grosszügige Loft-Wohnung dient. Diese Anspielungen sind aber nicht nur gestalterisch interessant, sondern auch funktional. Denn das V8 vereint auf gelungene Weise unterschiedliche Nutzungen wie Gewerbe, Büros, Ausstellungsfläche und Wohnen in einem. Und das mitten in einem Industriegebiet!
An die Errichtung der Beton-Stahlkonstruktion stellten Bauherr:innen und Architekt:innen hohe Anforderungen, insbesondere an das aussergewöhnliche Dach. Damit es absolut dicht und einen hohen Wärmeschutz bietet, setzte man zusammen mit der Meli AG Gebäudehüllen auf das Know-how der Soprema AG. Auf das Hauptdach, das vorab mit der bitumenbasierten Grundierung Elastocol 500 vorbereitet wurde, kam mit Sopravap EVA 35 flam eine hochwertige Elastomer-Bitumenbahn als Dampfbremse. Die darauf verlegte Gefälledämmung PUREN PIR NE 120 aus Polyurethan-Hartschaum zeichnet sich durch eine hervorragende Wärmeleitfähigkeit und hohe Druckfestigkeit aus. Um diesen Aufbau abzudichten, entschied man sich für die Bahnen Sopralen EGV 35 flam/Top sowie die wurzelfeste SOPREMA Vapro Nature, beide aus Elastomerbitumen. Den Abschluss des Aufbaus bildet ein Vlies (300g/m²) und eine Schicht Kies mit einem Korndurchmesser zwischen 16 und 32 Millimetern.


Acht „Zylinder“ unterm Dach
Nicht alle Dachflächen des V8 sind gleich: Während es sich beim Hauptdach um eine Betonkonstruktion ohne Gefälle handelt, hatten es die Planer:innen und Handwerker:innen bei den Aufbauten der charakteristischen «Motorenzylinder» mit einem schrägen Untergrund aus Trapezblech zu tun. So konnten etwa auf den 14 Grad geneigten Dachgauben keine Photovoltaik-Module angebracht werden wie auf dem Hauptdach. Ausserdem wäre eine darauf liegende Kiesschicht vom Dach gekullert, hätten die Expert:innen nicht auf die hochbelastbare Wasserspeicher- und Drainageplatte Sopranature WSP 25 von SOPREMA gesetzt, die sich durch ihre «Eierkarton»-Form besonders gut dafür eignet, dem Kies auf der Schräge Haftung zu verleihen.
Für die ausführende Meli AG Gebäudehüllen bedeuteten die Aufbauten vor allem einen koordinierten und durchdachten Arbeitsablauf: Jedes Zylinder-Dach musste zuerst abgeschlossen sein, bevor die Gerüste abgebaut und die Anschlüsse an die Fassade erstellt werden konnten. Grundsätzlich habe es aber keine besonderen Schwierigkeiten, sondern weitgehend gut geplante, klare und einfache Details gegeben, sagt Projektleiter Cyril Joos. «Das Besondere an diesem Projekt war die Dimension: Wir waren zu Spitzenzeiten mit bis zu zwanzig Personen auf der Baustelle.» Über die reibungslose Zusammenarbeit mit der SOPREMA AG, der langjährigen Hauptlieferantin der Meli AG, hat Projektleiter Joos nur Positives zu berichten.
«Besonders schätzen wir die kurzen Lieferzeiten und den zuverlässigen, kompetenten Support des Aussendienstes – das gilt auch für dieses Projekt.»
Cyrill Joos, Projektleiter bei der Meli AG Gebäudehüllen
Ein Statement aus Beton und Stahl
Auch Martin Studer ist vom Resultat begeistert, ebenso wie die zahlreichen neuen Mieter. Die Willi Holding AG ist ganz oben eingezogen, wo die «Zylinder» mit ihren Fensteröffnungen auf der Ost- und Westseite die Autokollektion in Tageslicht tauchen. Aus der Bevölkerung gebe es ebenfalls nur Lob für den Bau – und dem Architekturbüro Ritter Schumacher hat die Umsetzung der eigenen Pläne so gut gefallen, dass es gleich selbst mit 70 Arbeitsplätzen eingezogen ist. «Der V8 ist ein Statement», sagt Martin Studer.





