Helikopterlandeplatz Spital Martigny

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Im Spital Martigny landen die Rettungshelikopter seit diesem Sommer auf einer neuen Heliplattform. Dank der Beschichtung der Oberfläche mit PMMA Produkten aus der ALSAN-Reihe von SOPREMA ist der neue Landeplatz bestens für den harten Flug- und Spitalalltag gerüstet.
Das Wallis hat zwar nur knapp 340`000 Einwohner, ist mit 5225 Quadratkilometern Fläche aber der drittgrösste Kanton der Schweiz. Die langen Distanzen und das weit verästelte System der Täler zwischen Genfersee und Furkapass machen die Gesundheitsversorgung aufwändig. Zusätzliche Anforderungen stellen die vielen Touristen – das Wallis verzeichnet jährlich fast vier Millionen Logiernächte. Seit 2004 sind alle kantonalen Spitäler in einer zentralen Organisation – dem «Spital Wallis» – zusammen geschlossen. Derzeit investiert der Kanton massiv in die Erneuerung der Spitalinfrastruktur. Unter anderem wird das Spitalzentrum Oberwallis in Brig erweitert und erneuert. Auch im französischsprachigen Unterwallis baut der Kanton das Angebot aus. So entsteht in Martigny derzeit eine Sterilisationszentrale für alle Walliser Spitäler.

Höchst resistente Oberfläche
Überhaupt wurde die Gesundheitsinfrastrukur in Martigny in den letzten Jahren ausgebaut – so auch das Spital selber. Der Komplex umfasst fünf Gebäude aus verschiedenen Epochen, die letzte grosse Erweiterung wurde 1986 realisiert. Die ungenügende Dämmung und undichte Stellen machten an diesem Gebäudeteil im letzten Jahr eine Erneuerung des Dachs nötig. Gleichzeitig wurde der dortige Helikopterlandeplatz ersetzt. «Eine Sanierung des bestehenden Platzes machte aufgrund des schlechten Zustandes keinen Sinn», sagt Jacques Cerigioni von DTArchitecture in Martigny. Das Büro hat die Sanierung des Dachs und den Bau des Helikopterlandeplatzes geplant und die Ausführung begleitet.

Die neue Plattform besteht aus armiertem Beton und liegt auf einer bis zu 48 Zentimeter dicken Foamglasdämmung auf dem Dach auf. Während der alte Landeplatz nur elf mal elf Meter gross war, misst der neue 15 mal 15 Meter. Eine breite Rampe verbindet die Plattform mit dem Treppenhaus und der Liftanlage. Ein besonderes Augenmerk legten die Planer auf die Abdichtung der Betonplatte und der Rampe. «Ein Helikopterlandeplatz braucht eine dauerhafte Oberfläche, die allen Einflüssen Stand hält und leicht gereinigt werden kann», sagt Achitekt Cerigioni. Im Klartext: Die Beschichtung muss langfristig resistent gegen Streusalz und Mineralöl sowie rutschfest sein, den Stössen der bis zu vier Tonnen schweren Helikopter stand halten und die Möglichkeit bieten, die vorgeschriebenen Markierungen aufzumalen. Anforderungen, die sich mit Produkten auf PMMA-Basis aus der ALSAN-Reihe von SOPREMA optimal erfüllen liessen: Sie sind äusserst resistent, bieten die gewünschte Rutschfestigkeit und für die oberste Schutzschicht stehen viele gängige Farbtöne – darunter auch das Verkehrsrot für Landeplätze – zur Auswahl. Zudem kann die Oberflächenstruktur so ausgeführt werden, dass sie zwar rutschfest ist, aber bei der Benutzung mit dem Rollwagen für die Tragbahren keine allzu unangenehmen Vibrationen für die Patienten erzeugt. Argumente, die auch die Bauherrschaft und die Architekten des Spitals in Martigny überzeugten.

«Mit dem kurz zuvor realisierten Helikopterlandeplatz auf dem Kantonsspital in Chur konnten wir zudem ein entsprechendes Referenzobjekt vorweisen», sagt Gary Etter, Berater bei SOPREMA. Er hat das Projekt in Martigny von Architekten den Schichtaufbau fest. Die fertige rund 225 Quadratmetermessende Betonplatte sowie die 48 Quadratmeter grosse Rampe wurden zuerst kugelgestrahlt um eine möglichst gute Verbindung von Untergrund und Beschichtung sicher stellen zu können. Danach erfolgte eine Grundierung mit ALSAN 178 RS, für die eigentliche Abdichtung kam ALSAN 773 zur Anwendung. Den Abschluss als Schutz- und Nutzschicht machen je eine Lage ALSAN 870 RS und 971 F. Letztere wurde im Bereich des Landekreuzes rot und weiss eingefärbt, die restliche Fläche ist in einem hellen Grau gehalten. Ein spezielles Augenmerk galt den Randabschlüssen der Plattform und den Wandanschlüssen im Bereich der Rampe. Die Plattform wurde an den Rändern mit einer Membran und einem Vlies verstärkt. Bei der Rampe sorgen bis zu 15 Zentimeter hohe Aufbordungen für einen dichten Abschluss: «So kann der ganze Bereich auch problemlos mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden», sagte SOPREMA-Berater Gary Etter.

Kurzes Zeitfenster
Der Bau der Plattform war für alle Beteiligten anspruchsvoll: Direkt unter dem Dach befinden sich Spitalzimmer und die Patienten sollten möglichst wenig gestört werden. Schwierig waren zudem die Ab- und Zufuhr des Materials: Da keine Strasse direkt zum Gebäude führt musste ein Kran mit entsprechend grosser Reichweite installiert werden. Während der Zeit der Bauarbeiten landeten die Helikopter in Sion oder auf einem Platz in der Nähe des Spitals. Um die Beeinträchtigungen für den Helikopterbetrieb möglichst klein zu halten, wurden die Arbeiten für die Beschichtung der Plattform in eine Zeit mit wenig Flügen gelegt. «In Absprache mit der Leitung des Rettungsdienstes fanden wir ein passendes Zeitfenster im Mai und Juni dieses Jahres», sagt Gary Etter. Dabei konnten die PMMA-Materialien von SOPREMA einen weiteren Vorteil ausspielen: Dank der kurzen Trocknungszeiten – pro Schicht sind nur rund 30 Minuten nötig – war es möglich die Arbeiten innert kurzer Zeit auszuführen und die Plattform wieder fristgerecht auf die Sommersaison hin für die Starts und Landungen der Helikopter frei zu geben.