Hochwertige Abdichtungslösungen - umfassende Kompetenz Soprema im Prtrait

Christophe Feist, Geschäftsführer Soprema AG, im Interview mit dem Schweizer Baujournal.

SBJ: Herr Feist, Soprema hat eine sehr lange Tradition als Herstellerin von Bitumendichtungsgbahnen. Wie kam es dazu und woher stammt der Name Soprema?

Christophe Feist: Charles Geisen – Pionier und Gründer des Unternehmens - entwickelte 1908 die erste Abdichtungsmembrane aus Bitumen und Jutegewebe. Zu gleicher Zeit wurden in einem Asphaltvorkommen die Überreste eines Mammuts entdeckt. In Anlehnung an die Ähnlichkeit der Oberfläche des entwickelten Produktes mit der dicken Haut des vorgefundenen Tieres nannte er das Produkt danach. Noch heute ist der Begriff Mammut Bestandteil des Firmennamens (Société des Produits et Revêtements d'Etanchéité Mammouth) und als Erkennungsmarke im Firmenlogo präsent. Hauptsitz des heute weltweit tätigen und rund 3900 Mitarbeiter zählenden Soprema-Konzerns ist Strassburg (F). In 14 eigenen Werken werden jährlich rund 180 Mio. m² bituminöse Abdichtungsbahnen herges ellt. Soprema produziert und vertreibt zudem Flüssigkunststoffe unter der Marke ALSAN. TPO und PVC Kunststoffbahnen und –systeme des Typs «FLAG» vervollständigen die Produktpalette seit 2007. Seit 1918 produziert und vertreibt Soprema Bitumendichtungsbahnen in der Schweiz. Nationaler Geschäftssitz und Produktionsstandort ist Spreitenbach (AG). Eine Zweigniederlassung befindet sich in Mels (SG). Landesweit beschäftigt Soprema rund 50 Mitarbeitende. Der Umsatz des Soprema-Konzerns beträgt rund 1 Mrd. Euro jährlich.

SBJ: Soprema produziert und vertreibt als einziges Unternehmen bituminöse sowie Kunststoff- und Flüssigkunststoff-Abdichtungssysteme. Wo sehen Sie die Vorteile?

Christophe Feist: Es erlaubt uns, die wichtigen und häufig nachgefragten Systeme und Produkte und damit Gesamtlösungen aus einer Hand anzubieten. Das ermöglicht breitere Absatzchancen. Der direkte Zugriff auf Abdichtungs-Know-how in drei Richtungen – bitumiös, Kunststoff und Flüssigkunststoff - erlaubt uns, Kunden entsprechend zu beraten und die jeweils optimale Lösung vorzuschlagen. Wir legen Wert auf hochwertige Qualität. Produziert wird im Rahmen von ISO 9001 und 14001. Als Hersteller kontrollieren und sichern wir die Qualität der Produkte selbst. So wissen wir, was wir garantieren können. Unsere Qualität reicht weit über gängige Normvorgaben hinaus. In der Regel werden 10 Jahre Garantie oder mehr verlangt. Unsere hochwertigen Systeme sind für eine jahrzehntelange Einsatzdauer konzipiert.

SBJ: Die Nachhaltigkeit von Systemen und Produkten gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wie setzt Soprema diesen Anspruch in der Praxis um?

Christophe Feist: Durch ein Angebot nachhaltiger, marktführender und verarbeitungsfreundlicher Abdichtungs- und Dämmsysteme und Innovation. Abdichtung und Dämmung betrachten wir dabei als ein System und Nachhaltigkeit als ständiges Ziel. Soprema-Systeme sindwirtschaftlich und langlebig und in diesem Sinn sehr nachhaltig. Nachhaltigkeit heisst für uns schon lange auch weniger CO2-Ausstoss, weniger Energie-Verbrauch, weniger Material und Gewicht, lösungsmittelfreie Anwendungen, Schadstoffelimination, rascher Einbau und Verlegefreundlichkeit. Dies ist nur über Erfahrung, Innovation und Forschung realisierbar. Ein um beispielsweise 500 g/m² geringeres Gewicht einer Bitumendichtungsbahn führt bereits zur einer beachtlichen Reduktion des CO2-Ausstosses (Produktion und Transporte). Pro Million Quadratmeter macht das rund 610 Tonnen weniger CO2 aus. Mit Einsatz von einer Bitumenemulsionen wie Aquadere ergibt sich auf 500 Tonnen Gewicht ein Reduktionspotenzial von rund 90 bis 412 Tonnen CO2 je nach Lösungsmittelrezeptur. Produkte produzieren wir in der Regel dort wo sie auch eingebaut werden. 95 % des in der Schweiz produzierten Volumens liefern wir in die Schweiz. Das minimiert Transportdistanzen. Auch damit leisten wir einen Beitrag zur Nachhaltigkeit.
 
SBJ: Anlässlich der Swissbau zeigte Soprema die neue bituminöse Dachabdichtung «Soprelium» sowie das Soprasolar-System. Welche Vorteile bieten diese Systeme?

Christophe Feist: Gegenüber konventionellen Bitumenabdichtungen ergeben sich mit Soprelium Gewichtseinsparungen bei gleicher Fläche bis 35% und weniger Arbeitsschritte beim Einbau. Der Verarbeitungsaufwand reduziert sich so um rund 20%. Das erhöht die Produktivität und die Effizienz. Soprelium eignet sich ideal zur Abdichtung von Dachflächen mit und ohne Auflast, für Neubauten und Sanierungen. Mit Soprasolar bieten wir – ebenfalls neu im Programm – ein sehr leistungsfähiges System zur Solarstromproduktion auf Dächern an. Dazu werden die Solarzellen in Form von PV-Laminaten auf die bituminöse Dachabdichtung geklebt und so in das Dach integriert.

SBJ: Wie sehen Sie die mittelfristige Entwicklung des Unternehmens?

Christophe Feist: Als Konzern ist Soprema international ausgerichtet. Die Devise lautet: global denken, lokal handeln. Die Schweiz ist für Soprema ein innovationstechnisch wichtiger Markt. Für Produktanwendungen kann sie mit ihrem hohen Qualitäts- und Produktivitätsbewusstsein immer wieder eine Vorreiterrolle und Vorbildfunktion im Konzern übernehmen, wie es beispielsweise bei den inzwischen etablierten schnell reaktiven Flüssigkunststoffen und selbstklebenden Bitumenbahnen der Fall war. Soprema ist im Besitz der Nachkommen des Firmengründers und ein Familien-Unternehmen geblieben. Wir profitieren von einer schlanken Organisation und kurzen Entscheidungswegen. Seit 1994 hat Soprema in der Schweiz eine Verdoppelung des Produktionsvolumens realisiert. ierzulande, in BENELUX, Deutschland, Italien, Grossbritannien und Polen baut Soprema die Geschäftstätigkeit weiterhin aus. In Polen entsteht zurzeit ein neues Produktionswerk für Bitumenbahnen. Grosses Potenzial bergen die Märkte Osteuropa, Afrika und Fernost. Die Schweiz war 2009 das einzige Land mit einem Volumenplus (3.5%). Auch 2010 ist hier ein Wachstum möglich. Allerdings erwarte ich zunehmend ausländische Konkurrenz und einen stärkeren Preisdruck.

SBJ: Herr Feist, wir danken Ihnen für Ihre Stellungnahme