Flüssige Kunststoffe

Der Begriff «Kunststoff» steht nicht für einen einzigen Werkstoff sondern ist die Sammelbezeichnung für viele verschiedene Werkstoffe. Darunter fallen zum Beispiel Polyurethan, Epoxydharz, Polymethylmethacrylat, Vynilester und weitere.

Flüssige Kunststoffe, welche auch Reaktionsharze genannt werden, sind vorformulierte Halbfabrikate und verändern sich erst durch das Vermischen von zwei oder mehreren Komponenten und der anschließenden Applikation auf einen geeigneten Untergrund. Bis das Endprodukt ausgehärtet und chemisch sowie mechanisch belastbar ist, findet bei 1-komponentigen
Formulierungen ein physikalischer, bei 2-komponentigen Produkten eine chemische Reaktion statt.

Die im Baubereich zur Verfügung stehenden Flüssigkunststoffe auf Basis von Epoxyd-, Polyurethan-, Bitumenpolyurethan-, Polymethylmethacrylaten- und ungesättigten Polyester-Harzen entsprechen dem aktuellen Stand der Technik und sind als Werkstoff für Abdichtungs- und Beschichtungsmassnahmen im Markt eingeführt.

Im Vordergrund steht dabei der Anspruch, ganze Bauwerke oder spezifische Bauteile langlebig zu schützen - sei es vor Einflüssen, die die Konstruktion schädigen könnten oder vor solchen, die einen geregelten und gesicherten Betrieb eines Gebäudes nicht zulassen.

Aufgrund spezifischer Eigenschaften von Flüssigkunststoffen – wie Tieftemperatur- Flexibilität, hohe Weiterreissfestigkeit, Dehnfähigkeit, Schlagzähigkeit, UV Beständigkeit oder Wurzelfestigkeit – sind diese Werkstoffe der Garant für sicheres Abdichten und Beschichten im Bauwesen.

Die unterschiedlich möglichen Systemaufbauten sowie die Materialwahl können und werden den jeweiligen Nutzungsanforderungen einer Abdichtungs- oder Beschichtungsmassnahme angepasst. Die Applikation erfolgt immer im Verbund mit dem Traggrund. Somit sind diese Anwendungen, bei korrekter Verarbeitung und Einhaltung der geforderten Rahmenbedingungen, absolut dicht, unterlaufsicher und beständig.

Grundlegend für ein solches Abdichtungsresultat, ist die richtige und sorgfältige Untergrundvorbehandlung und -bearbeitung. Da es sich bei Flüssigkunststoffen um zu verarbeitende Halbfabrikate handelt, sind einige wichtige und unerlässliche Punkte bei der Applikation unbedingt zu beachten und einzuhalten. Dies betrifft z.B. die folgenden Punkte:
- Restfeuchtigkeit im Substrat
- Verunreinigungen auf der Beschichtungsfläche
- Verarbeitungstemperatur und Untergrundtemperatur
- Taupunktabstand
- usw.

Ebenso wesentlich sind das korrekte Mischwerkzeug und die entsprechenden Verarbeitungswerkzeuge. Nur eine homogene Beschichtungsmasse mit der richtigen Konsistenz kann in der geforderten Auftragsstärke appliziert werden und letztendlich den Anforderungen entsprechen.

Sauber ausgeführte Flüssigkunststoff-Applikationen fordern gut ausgebildete Verarbeiter mit Produktkenntnissen und dem nötigen Know-how in der Verarbeitungstechnik. Dies können sie sich im Soprema eigenen Trainingscenter unter fachmännischer Betreuung aneignen.

Den ästhetischen Ansprüchen der modernen Architektur kann mit diesen Produkten vollumfänglich Rechnung getragen werden. Ebenso werden sämtliche in der neuen SIA Norm 271 (Abdichtungen von Hochbauten) verankerten Forderungen erfüllt. Aufwendige mechanische Befestigungen und schwierige in Metall auszuführende Abdeckungen entfallen, ebenso kann auf unterhaltsintensive Dichtstoffverfugungen verzichtet werden.

Resumé
Mit Flüssigkunststoffen werden Architekten und Planern sowie Unternehmern und Bauherren Werkstoffe zur Verfügung gestellt, mit dem neue Werte geschaffen werden können. Sichere Abdichtungsmassnahmen im Bereich von Auf- und Abbordungen, bei Anschlüssen an Einbauteilen sowie Abdichtungen artfremder Bauwerkstoffe sind detailgetreu und mit hoher Sicherheit möglich. Flächige Abdichtungen mit und ohne Nutzschichten sind im Bereich von Balkonen, Laubengängen, Parkhäusern und im Dachbereich hervorragend auszuführen.