Futuro, Liestal

Objekt
Futuro, Liestal
Baujahr
2009
Fläche
10000 m² / 400 m²
Bauherr
Basellandschaftliche Gebäudeversicherung, Liestal
Architekt/Planer
ccparchitekten GmbH, Basel/San Donà di Piave (I)
Downloads
Referenzbericht

Die Glaskuben von Liestal
Zugreisende zwischen Liestal und Olten staunen nicht schlecht: Mitten auf einer Wiese am Ortsrand von Liestal stehen seit dem Frühling vier grosse Glaskuben. Vor allem in der Nacht, wenn die Beleuchtung
eingeschaltet ist, erzeugen die Kuben eine fast mystische Wirkung. Kaum einer der Vorbeifahrenden würde vermuten, dass unter den Glashauben 9100 Quadratmeter Bürofläche, verteilt auf vier Stockwerken liegen.

Entworfen wurde der Bau, der derzeit zu den innovativsten Bürogebäuden der Schweiz gehört, vom italienischen Architektentrio ccp im Auftrag der Basellandschaftlichen Gebäudeversicherung. Mit der Verlegung der Bürogeschosse unter den Boden haben die Architekten aus der Not eine Tugend gemacht: Durch die Lage des Gebäudes nahe an den Bahnlinien Richtung Olten und Waldenburg sowie durch die Nähe zur viel befahrenen Kantonsstrasse ins Waldenburgertal ist die Lärmbelastung erheblich. Die Überdeckung des Gebäudes mit einer dicken Erdschicht hält den Lärm ab. Zudem wird der Bau dadurch optimal in die Landschaft eingebettet und die Erdschicht über dem Dach sorgt für eine gute, natürliche Wärmeisolation. Der Bau entspricht dem Minergiestandard und wurde soeben zertifiziert. Trotz der Lage unter dem Boden sind die Büros, die von der Gebäudeversicherung, dem kantonalen Labor und privaten Unternehmen genutzt werden, hell. Die Glaskuben und die grosszugigen Lichthofe, sorgen für genügend Helligkeit in den Räumen.

Begrüntes Dach, rutschfeste Rampen
Die Bauweise unter dem Boden stellte auch besondere Anforderungen an die Langlebigkeit der Gebäudehülle. Für die Abdichtung der rund 10'000 Quadratmeter grossen Dachfläche fiel die Wahl der Bauherrschaft deshalb auf Produkte von Soprema. Direkt auf die Betondecken der einzelnen Baukörper wurde ein Voranstrich mit Sopradere aufgebracht, gefolgt von einer Dampfbremse vom Typ Sopravap EVA 35 flam. Die Isolationsschicht besteht je nach Gebäudebereich aus 120 oder 180 Millimeter dickem PUR (Polyurethan-Hartschaum), gefolgt von einer Zwischenlage Servaflex G4 E flam top, einer Schicht Sopralen EP 5 flam und einer Schutzbahn Flagon GEO P mit 1.2 Millimetern Dicke. Dieses Flachdachsystem garantiert über lange Zeit hinweg die Dichtigkeit der ganzen Hülle. Über der Schutzbahn liegt schliesslich das begrünte Erdreich.
 
Erste Wahl waren die Produkte von Soprema auch für die Rampen, die alle vier Ebenen des Gebäudes im Aussenbereich miteinander verbinden. Kurze Einbauzeiten, lange Haltbarkeit, Rutschfestigkeit und eine einfache Reinigung standen bei der Planung des Bodenaufbaus der rund 400 Quadratmeter grossen Rampenfläche im Vordergrund. Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, wurde der Ortbeton zuerst geschliffen, gereinigt und mit Alsan RS 276 grundiert. Im Bereich der Geländerpfosten und Ablaufrinnen sorgt ein Unterlaufschutz für einen dichten Anschluss. Über die Grundierung wurde als Nutz- und Schutzschicht ein Verlaufsmörtel (Alsan RS 233) mit der Taloche aufgebracht und in flüssigem Zustand mit Naturquarz (Korngrösse 0.3 bis 0.6 Millimeter) abgesandet. Der Quarzsand sorgt bei nassen oder glitschigen Verhältnissen für eine rutschfeste Oberfläche. Nach dem Abwischen des überschüssigen Sandes folgte schliesslich als Abschluss der Auftrag der Schutzschicht vom Typ Alsan RS 288 im Grauton. Sie schützt nicht nur den gesamten Aufbau, sondern ermöglicht trotz Unterlage aus Quarzsand eine einfache, maschinelle Reinigung der Rampenflachen – im Hinblick auf den Unter halt ein wichtiges Kriterium.
« Indietro