Prägendes Stadiondach

Objekt
Stades de Bienne, Biel-Bienne
Nutzung
Stadion für Fussball, Eishockey und Curling, Einkaufszentrum
Architektur
ATS Architekten Team
Bauteil
Flachdach (Unterkonstruktion aus Trapezblech)
Fläche
27’000 m2
Bauherr
Stadt Biel, HRS Real Estate AG, Frauenfeld, vertreten durch Kumaro Delta AG, Wollerau
Ausführung
Tecton Abdichtungen AG, Niederbipp
Zeitraum
August bis Oktober 2014
Lieferant
SOPREMA AG, Spreitenbach
Produkte
SOPRAVAP Stick VA ts, EPS, Steinwolle, Flagon EP/PV 180 (inkl. Systemkomponenten)
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Referenzbericht

Derzeit laufen die Schlussarbeiten an der «Tissot-Arena» in Biel, dem grössten multifunktionale Stadiongebäude der Schweiz. Prägendes Element des Stadions ist das 27`000 Quadratmeter grosse Dach, das mit Materialien von Soprema gedeckt wurde.

Wenn im Herbst das erste Fussballspiel des FC Biel in der neuen Tissot Arena angepfiffen wird, geht in der Stadt Biel weit mehr als nur ein neues Fussballstadion mit Platz für 5200 Zuschauer in Betrieb. Unter demselben Dach befinden sich auch ein Eishockeystadion für 7000 Zuschauer, eine Curlinghalle sowie ein Einkaufszentrum und ein grosser öffentlicher Platz.
Entsprechend eindrücklich sind die Dimensionen des grössten multifunktionalen Stadiongebäudes der Schweiz, das sich
derzeit in der Fertigstellung befindet: Es ist 352 Meter lang, 103 Meter breit und kostet rund 200 Millionen Franken. Anlass für den Bau des neuen Stadions waren die veralteten Sportanlagen in der Stadt Biel: Die Tribüne des Gurzelen-Fussballstadions, in dem der FC Biel heute noch spielt, ist baufällig und auch das bestehende Eisstadion des EHC Biel hat das Ende seiner
Lebensdauer erreicht. Zudem befinden sich beide Anlagen inmitten von Wohnquartieren, was immer wieder zu Problemen geführt hatte.

Stadt und private Investoren
Abklärungen der Stadt zeigten, dass es sinnvoller wäre, beide Anlagen an anderer Stelle neu zu bauen und die frei werdenden Grundstücke der alten Stadien anderweitig zu nutzen. So entstand die Idee zum neuen multifunktionalen Stadion auf dem Bözingerfeld im Nordosten der Stadt. Dessen Realisierung verlief zuerst harzig. Ein erster Investor sprang wieder ab und die Stadt hatte alleine nicht die Mittel um den Bau realisieren zu können. Schliesslich gelang es ein Public Private Partnership Projekt auf die Beine zu stellen, in dem die Generalunternehmung HRS aus Frauenfeld, die Kumaro Delta AG aus Wollerau als Investorin sowie die Stadt Biel zusammen arbeiten. «Für Biel bedeut das neue Stadion einen Quantensprung», freute sich Stadtpräsident Erich Fehr anlässlich des Spatenstichs im Dezember 2012.

Ein Dach, viele Anforderungen
Prägendes Element des neuen Stadiongebäudes ist das riesige Dach mit 27`000 Quadratmetern Fläche. Es bindet alle
Gebäudeteile optisch zusammen: Ganz im Südwesten des Komplexes ist das Fussballstadion untergebracht, daran schliesst – ebenfalls überdacht —  ein grosser öffentlicher Platz an, unter dem sich das Einkaufszentrum befindet. Den Abschluss
machen nach Nordosten hin das Eishockeystadion und die Curlinghalle. Die Tragstruktur des Dachs besteht aus einer riesigen Stahlfachwerkkonstruktion mit Spannweiten bis zu siebzig Metern, die mit einem Trapezblech bedeckt ist.
Die Anforderungen an das Bedachungsmaterial sind gross: Einerseits aufgrund der riesigen Fläche, die sich durch Kälte und Wärme verformt, andererseits wegen der unterschiedlichen Nutzungen. So benötigt das Dach über den Fussballtribünen
einen geigneten Schallschutz um Regengeräusche zu dämpfen, bei demjenigen über den Eisflächen wiederum darf aufgrund der Temperaturunterschiede kein Kondensat entstehen, das auf Spieler und Zuschauer tropft.

Die Wahl der Bauherrschaft fiel schliesslich auf Produkte auf Kunststoffbasis aus der Flagon-Linie von Soprema. Diese erfüllten nicht nur die speziellen Anforderungen der verschiedenen Dächer, sondern konnten auch sonst punkten: «Durch die einlagige Verlegung ist das System mit den FLAG Kunststoffdichtungsbahnen leichter und lassen sich schneller verarbeiten als solche auf Bitumenbasis».. Zwei entscheidende Kriterien für die Tissot-Arena: Einerseits betrug das Zeitfenster für die Ausführung der gesamten 27`000 Quadratmeter Dachfläche nur gerade zwei Monate, andererseits spielte das Gewicht angesichts der riesigen Spannweiten eine wichtige Rolle.

Enger Fahrplan
Der Aufbau der Schichten variiert entsprechend der Nutzung: Über den Tribünen des Fussballstadions wurden eine 60 mm
dicke Sopratherm Steinwollschicht und darüber eine Flagon-Abdichtungsbahn, ein Drainelement sowie eine Substratschicht eingebaut. Über der Eisfläche hingegen besteht der Aufbau aus einer Verlegehilfe, einer Dampfbremse und einer 160 Millimeter dicken Sopratherm EPS-Wärmedämmung. Darüber folgen ebenfalls eine Flagon-Bahn, ein Drainelement und eine Substratschicht. Ausgeführt wurden die Arbeiten durch die Bedachungsfirma TECTON aus Niederbipp. Diese setzte zwanzig Mitarbeitende ein um die das riesige Bauvolumen innert der kurzen Frist umsetzen zu können. «Das Stadion ist eines der grössten Projekte, das wir je realisiert haben», sagt TECTON-Bauführer Jürg Gilomen. Nur schon die Logistik auf der Baustelle
hatte es in sich und musste minutiös auf den Fahrplan des gesamten Projekts abgestimmt werden. Die bis zu zwölf Lastwagen, die wöchentlich das Material anlieferten, hatten minutengenau einzutreffen, ansonsten hätte der vorher fixierte Abladetermin mit dem Baukran verschoben werden müssen und die Arbeiten wären ins Stocken geraten. Dank guter Vorplanung klappte der Ablauf problemlos und konnten die Bedachungsarbeiten rechtzeitig vor dem Winter fertig gestellt werden.

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