Saldome2

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Referenzbericht

Moderne Dachabdichtung für einen Salzdom

Mit «Saldome2» haben die Schweizer Rheinsalinen im Mai 2012 ein weiteres, als grosse Holzkuppel konzipiertes Streusalzlager eröffnet. Die wetterfeste Kuppelabdichtung besteht aus Flüssigkunststoff, dem ALSAN RS-System by Soprema.
 
Aussergewöhnliche Dimensionen, aussergewöhnliche Konstruktion: Bereits der erste, 2005 erstellte Holzkuppelbau (Saldome1, Durchmesser 93 m, Höhe 31,6 m, Salzlagerkapazität 80 000 Tonnen) besitzt respektable Abmessungen. Doch Saldome2 übertrifft ihn bei Weitem: Mit 120 m Spannweite, 32,5 m Höhe und einer Grundfläche von 11 300 m² ist er zudem der europaweit grösste Holzkuppelbau, geplant, konzipiert und erstellt durch die Häring & Co. AG, Pratteln. Bis zu 100 000 Tonnen Streusalz können darin gelagert werden. Das Holz für das Tragwerk des neuen «Doms» stammt hauptsächlich aus dem nahen Rheinfelder Forst und wurde unbehandelt zu gebogenen, verleimten Brettschichtträgern verarbeitet. Damit genügt der Bau den ökologischen Kriterien. Daneben konserviert die salzhaltige Luft das Holz. Rund 1300 Kubikmeter waren für das eindrückliche Bauwerk erforderlich, was dem Volumen von etwa 500 gewachsenen, 80 bis 100 Jahre alten Fichten und Tannen entspricht.
Holz ist ein ideales Baumaterial zur Überbrückung grosser Spannweiten. Beim durch die Firma Häring für die beiden Saldome eingesetzten «Ensphere-Tragkonzept» wird der ganze Kuppelraum von Boden zu Boden überspannt. Teure Tragsysteme und Aussenwände können entfallen und die Überdachung ist relativ kostengünstig herstellbar. Das Kuppeltragwerk wurde mit insgesamt 639 gebogenen rechteckigen Holzplatten-Elementen – maximal 2,2 m breit und 12 m lang – gedeckt. Vom Kuppelfuss zur -spitze sind jeweils vier Elemente angeordnet, die sich nach oben konisch verengen. Deren Einbau mit Kran erfolgte jeweils etappenweise rundherum. Die Dachfläche von Saldome2 entspricht mit 15 000 m² der Grösse von zwei Fussballfeldern. Anfallendes Dachwasser wird am Kuppelfuss gefasst und in naheliegende Entwässerungsflächen geleitet. Die beiden Saldome bilden eine in der Landschaft unübersehbare Markierung, wobei Saldome2 durch seine elegante, futuristische Form (Kugelkalotte) und sein schwarz-grau-weisses Dessin auffällt.
 
Aus PMMA
Flüssigkunststoffe werden seit über 30 Jahren erfolgreich für Abdichtungen eingesetzt. Die in den vergangenen Jahren entwickelten, schnellreaktiven und rasch einbaubaren PMMA-Flüssigkunststoffe bieten umfassende, vielseitige und innovative Anwendungsmöglichkeiten.
Dieses anerkannte Material zeichnet sich durch hohe Witterungsbeständigkeit, Dauerhaftigkeit sowie Flexibilität aus. Es wird – wie alle Flüssigkunststoffe – vollflächig aufgetragen, was die abgedichteten Flächen nicht unterläufig macht. Zur Dachabdichtung von Saldome2 entschied sich deshalb der Generalplaner Häring & Co. AG für das bewährte PMMA-Flüssigkunststoffsystem der Marke ALSAN-RS von der Soprema AG (www.sopremaalsan.ch).
 
Werkseitige Beschichtung der Dachelemente
Die Vorfertigung bot den Vorteil der wetterunabhängigen Produktion im Werk der Häring & Co. AG sowie des raschen, rationellen Einbaus der vorgefertigten Bauteile auf der Baustelle. In diesem Fall wurde die flächige PMMA-Systembeschichtung jedes einzelnen Dachelementes werkseitig hergestellt. Der Systemaufbau besteht aus Grundierung (ALSAN RS 222), Abdichtung (ALSAN RS 230, 2,5 kg/m², zweischichtig nass in nass mit Vlieseinlage) und Finish (ALSAN Reflect Roof, Brandklasse 5.1, mit Schieferschuppen-Streuung in Schwarz, Grau und Weiss). Der Auftrag der Grundierung erfolgte von Hand. Die Abdichtungsschicht wurde maschinell aufgespritzt, wobei deren Vlieseinlage manuell eingelegt und die Schicht zur gleichmässigen Verteilung mit Fellroller bearbeitet wurde. Ebenfalls manuell erfolgte auch der Finish mit dem vollflächigen Abstreuen der Schieferschuppen bis 10 cm an den Elementrand.

Stossfugen-Abdichtung vor Ort
Nach dem Einbau der Dachelemente verblieb vor Ort «nur noch» das Abdichten der insgesamt acht Kilometer langen Element- Stossfugen sowie der Aufhängestellen zur Elementmontage. Dazu wurde über den Stossfugen (konstruktiv bedingte Öffnung ca. 10 mm) ein Aluband aufgeklebt. Danach erfolgte die Abdichtung der Fugen und Aufhängestellen sowie der Finish mit dem oben erwähnten ALSAN RS-System. Als Vlieseinlage in der Abdichtung dienten 20 cm breite Streifen und Rechteckstücke.
Die eingebaute, flexible PMMA-Beschichtung dient hier nicht nur als qualitativ hochwertige Flächenabdichtung, sondern auch als sichere und dichte Fugenabdichtung im System.
In der Planung und Ausführung wurde besonderes Augenmerk auf die Flexibilität des Abdichtungssystems gelegt. Die Kuppel ist erheblichen Witterungseinflüssen ausgesetzt und benötigte daher eine Abdichtung, die sowohl uv-unempfindlich, aber auch den starken Temperaturschwankungen gewachsen ist.
Bereits werden gleichartige Bauten in China und Afrika geplant und projektiert. Die Firmen Häring & Co. AG und Soprema AG streben auch bei diesen und ähnlichen Bauten eine Zusammenarbeit an.
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