Actelion, Allschwil

Objekt
Actelion, Allschwil
Baujahr
2010
Fläche
GSF: 7'611 m2 / GGF: 3'192 m2
Bauherr
Actelion Pharmaceuticals Ltd., Allschwil
Architekt/Planer
Herzog & de Meuron, Basel
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Referenzbericht

Stararchitektur von Kopf bis Fuss
Die Stararchitekten Herzog & de Meuron bauen in Allschwil derzeit ein neues Bürogebäude für die Pharmafirma Actelion. Die Eindeckung der aufwändigen Dach konstruktion erfolgt mit Produkten von Soprema.

Der Allschwiler Pharmahersteller Actelion gehört zu den Shootingstars der Branche. Der Erfolg des Bluthochdruck-Medikamentes Tracleer hat der Firma ein schnelles Wachstum beschert. Obwohl erst 1997 gegründet, umfasst der Personalbestand heute mehr als 2000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weltweit. Etwa die Hälfte davon arbeitet am Hauptsitz in Allschwil.

Mit der Firma wuchs auch der Platzbedarf. Trotz Neubauten arbeitet ein Teil der Belegschaft derzeit in Behelfspavillons. Abhilfe soll ab nächstem Jahr ein neues Bürogebäude im Allschwiler Gewerbequartier schaffen. Actelion erstellt aber nicht ein Bürogebäude üblichen Zuschnitts, sondern lässt das weltbekannte Basler Architektenduo Herzog & de Meuron ein Haus bauen, das den Innovationswillen des Pharmaunternehmens wider spiegelt. Herzog & de Meuron platzieren die 350 Büroarbeitsplätze in lang gezogenen balkenförmigen Baukörpern, die sich wild über dem kreuzför migen Erdgeschoss stapeln und Erinnerungen an einen Kristall wecken. Unter der grosszügig verglasten Gebäudehaut steckt eine aufwändige, 2400 Tonnen schwere Stahlkonstruktion, die an die Hülle des ebenfalls von den Basler Architekten stammenden Olympiastadions in Peking erinnert. Das Gebäude wird nicht nur ein optischer Hingucker, sondern überzeugt auch energetisch: Solarpanels, die Nutzung natürlicher Prozesse zur Erzeugung von Wärme und Kälte sowie ein Zirkulationssystem für Wärme werden für einen minimalen Energieverbrauch sorgen.

Kein Standarddach
Die hohen energetischen Anforderungen und die Konstruktion des Gebäudes stellen auch hohe Ansprüche an die Dachhaut. Die Bauherrschaft hat sich deshalb für einen Dachaufbau mit Produkten von Soprema entschieden. Auf den Decken aus Ortsbeton liegt eine Dampfbremse vom Typ Sopralen EP4. Darüber sorgen bis zu 320 Millimeter Wärmedämmung aus expandiertem Polystyrol und Polyurethan für geringe Energieverluste. Die Dichtungsschicht besteht aus einer FLAGON TPO-Abdichtungsbahn vom Typ EP/PV mit 1.8 Millimetern Dicke. Diese ist lose verlegt und an den Stössen verschweisst. Auf grossen Teilen des Daches liegen darüber eine Drainagebahn und ein Substrat für die extensive Begrünung. Andernorts schliessen begehbare Holzroste oder eine Eindeckung mit Eifelkies den Dachaufbau ab.

Eine Herausforderung für Planer, Materiallieferant und die Handwerker auf dem Bau sind die Dachrandabschlüsse, die Gebäudeform und der Bauablauf. Die Dachrandabschlüsse gestalten sich besonders aufwändig, da an vielen Stellen die Verglasung der Aussendwände bis fast an den Dachrand reicht. Ein im RAL-Farbton 7040 bechichtetes TPO-Blech sorgt hier für eine filigrane Optik nach dem Gusto der Architekten. Die Gebäudeform erfordert auch viel Präzisionsarbeit, denn kaum eine Ecke ist rechtwinklig, sondern gerundet, spitz oder stumpf zulaufend. Einfluss hat die Architektur schliesslich auch auf den Bauablauf: Durch die Stapelung der Baukörper, stehen die Gerüste der einzelnen Geschosse jeweils zum Teil auf dem Dach des darunter liegenden Stockwerkes. Das erfordert eine Etappierung der Dacheindeckung. Entsprechend dauern die Arbeiten an der Dachhaut von August 2009 bis zum Februar 2010.
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